Werfen Sie einen Blick rein!

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wir laden Sie ein, mit zu diskutieren und Ihre Meinung und Statements mitzuteilen bei unserer Aktion
"Werfen Sie einen Blick rein "!

Der Weg von Frauen- zur Geschlechterpolitik, April 2018

Die Lage der Frauen in der Politik -wie auch die Frauenpolitik- ist seit den 1990er Jahren von einer Reihe von Herausforderungen geprägt: der deutschen Vereinigung, der Europäisierung und Globalisierung, des Strukturwandels und der demographischen Veränderungen. Auch wenn sich die politische Partizipation von Frauen in den letzten drei Jahrzehnten verbessert hat existieren noch immer große Hürden bei der Umsetzung einer umfassenden Chancengleichheit. Ziel muss es sein, auf dem gesamten Lebensweg die gleichen Chancen zu erhalten – persönlich, beruflich und familiär.

Auch hinsichtlich der Vereinbarkeit von Familie und Beruf gibt es noch viel zu tun. Hinderlich sind immer noch vorhandene althergebrachte Aufgabenteilungen in Familien, in denen Frauen überwiegend Familienaufgaben wahrnehmen und in Teilzeit und prekären Arbeitsverhältnissen arbeiten. Altersarmut ist dadurch vorprogrammiert und lässt sich nur durch ein Umsteuern in Politik und Wirtschaft, durch Veränderung des Rollenverhaltens und der Steuerpolitik sowie durch Verbesserungen in der Infrastruktur, vor allem bezogen auf die Betreuung von Kindern, erreichen.

Und ein weitere Punkt muss stimmen: die Einkommenssituation in der Familie, speziell für Frauen. Chancen- und Lohngerechtigkeit fördern die Motivation und Leistungsbereitschaft im Betrieb und die Gesundheit der Beschäftigten und wirken sich auch langfristig auf die Rente und Möglichkeiten in diesem Lebensabschnitt aus.

Ein weiterer Fortschritt wird auch der Einstieg in das Rückkehrrecht auf Vollzeit sein, von dem in erster Linie Frauen profitieren werden. Die Aufwertung der Sozial- und Pflegeberufe sowie der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder sind weitere Meilensteine auf dem Weg zur Gleichberechtigung und Chancengleichheit.

Weitere Schritte von der Frauenpolitik zur Geschlechterpolitik sind aus Sicht des Familienbündnisses des Main-Kinzig-Kreises u.a.: mehr flexible Arbeitszeitmodelle und Führungspositionen in Teilzeit für Frauen und Männer. Sie können dazu beitragen, dass die gemeinschaftliche Wahrnehmung von Familien- und Pflegezeit zur Normalität wird.

Fakten zum Equal Pay Day

Noch immer sind Frauen und Männer weltweit nicht gleichberechtigt. Die Diskriminierung von Frauen findet nicht nur gesellschaftlich, sondern gerade auch auf wirtschaftlicher Ebene statt. Der Equal Pay Day markiert symbolisch die geschlechtsspezifische Lohnlücke. Umgerechnet ergeben sich daraus 77 Tage, die Frauen 2017 umsonst arbeiten. Die geschlechtsspezifische Lohnlücke wird mit dem Gender Pay Gap (GPG) beschrieben: dem prozentualen Unterschied im durchschnittlichen Bruttostundenverdienst von Männern und Frauen. Die vom Statistischen Bundesamt errechneten Bruttostundenlöhne der Frauen betrugen im Jahr 2016 16,26 Euro, während Männer auf 20,71 Euro kamen. Damit liegt die Lohnlücke in Deutschland bei 21 Prozent. Weitere Informationen hierzu sind beim Statistischen Bundesamt zu finden. Das Datum des nächsten Equal Pay Day ist der 18. März 2018.

Transparenz im Lohngefüge und somit die Möglichkeit auf Gleichbehandlung soll auch das geltende Entgelttransparenzgesetz schaffen. Beschäftigte können nun erstmals Auskunft über die Entgeltstrukturen im Unternehmen verlangen. Arbeitgeber müssen zudem die Berichtspflichten und Prüfverfahren beachten. „Transparente Gehaltsstrukturen sind ein Gewinn für alle – nicht nur für weibliche Angestellte. Denn Transparenz beim Gehalt zwingt dazu, gerecht nach Leistung zu entlohnen und verhindert, dass unbewusste Vorurteile den Blick auf faires Entgelt verstellen. Das wird den Gender Pay Gap deutlich verringern.“ sagt Uta Zech, Präsidentin des Business and Professional Women (BPW) Germany e.V.

Ziel auch des Bündnisses für Familie (BfF) und des Netzwerks FAM (Frauen und Arbeitsmarkt Main-Kinzig-Kreis): Arbeitgebende und Beschäftigte dafür zu begeistern, Gehaltstransparenz Normalität werden zu lassen!

Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) als personalpolitisches Instrument

Der Mensch ist in seinem Arbeitsfeld unterschiedlichen physischen, psychischen, sozialen, physikalischen oder chemischen Belastungen ausgesetzt. Als Reaktion auf die einwirkenden Belastungen kann es zu Beanspruchungen kommen, die sich körperlich z.B. in Form von Rücken- und Herz-Kreislaufbeschwerden, Kopfschmerzen oder Magenprobleme, physisch durch Ärger, Angst oder Depression und verhaltensbedingt durch Leistungsschwankungen, sozialem Rückzug oder gehäuften Fehlzeiten ausdrücken.

Die Gesundheit der Beschäftigten steht folgerichtig in direktem Zusammenhang zur Leistungsfähigkeit. Hinzu kommen veränderte Anforderungen und Leistungsansprüche an die Mitarbeiter/innen: Reorganisation, Rationalisierung, neue Technologien und Demographie. Sie haben für die Unternehmen und Verwaltungen als Konsequenz eine stärkere Kundenorientierung, mehr Wettbewerb, Implementierung von Organisations- und Personalentwicklung u.v.m.

Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) ist ein personalpolitisches Instrument, das die Chance bietet, einen „gesunden“ Betrieb aufzubauen, Arbeitsplätze zu erhalten, negativen Umwelt- und Marktbedingungen aktiv entgegenzutreten und somit einen Beitrag für die Produktivität und den Erhalt des Unternehmens zu leisten. BGM umfasst alle Maßnahmen zur Arbeitsgestaltung und Unterstützung gesundheitsgerechten Verhaltens. Es ist dann erfolgreich, wenn diese Maßnahmen dauerhaft miteinander verknüpft sind und systematisch umgesetzt werden. Generell ist für ein wirkungsvolles BGM zunächst die Sensibilisierung der Unternehmensspitze und der Führungskräfte insofern nötig, als die Mitarbeiter/innen mit ihrem Know-how, ihrer Motivation und Gesundheit als wichtigste Träger/innen der Unternehmenserfolgs in wirtschaftlicher und sozialer Hinsicht zu sehen sind. Es muss als Grundeinstellung in das tägliche Denken und Handeln der Führungspersonen einziehen.

Nur Mitarbeiter/innen, die sich mit ihrem Betrieb identifizieren, in Entscheidungen eingebunden sind, sich gerecht behandelt fühlen sowie gefordert und gefördert werden, sind zufriedene Mitarbeiter/innen und leisten Hervorragendes. In einem solchen Unternehmen sind die Strukturen und Prozesse so ausgerichtet, dass sie die Gesundheit fördern. Ein erster Schritt ist das gemeinsame Festschreiben von Werten für das tägliche Miteinander wie offene Kommunikation, Wertschätzung, Information, Transparenz und soziale Verantwortung. Dies mit Leben zu füllen, ist Herausforderung an jede/n Einzelne/n.

Da das BGM ein gesamtunternehmerisches Anliegen sein muss, ist sicherzustellen, dass auch organisatorisch Arbeitsschutz, Personalwesen, Gleichstellungsstelle (in öffentlichen/staatlichen Institutionen) und der Betriebs-/Personalrat miteinander vernetzt werden, um eine kooperative und effektive Zusammenarbeit sicherzustellen. Unbestritten jedoch ist jede/r Beschäftigte selbstverantwortlich, auch für ihre/seine Gesundheit. Die vom Unternehmen bereitgestellten Angebote wie z.B. Seminare zum Umgang mit Stress, Rückenschule, Mitarbeiter/innengespräche und Rückkopplung an Führungskräfte, betriebliche Sozial- und Suchtberatungen, Freizeit- und Erholungseinrichtungen, können genutzt werden. Die Konsequenzen des Nichtwahrnehmens hat jede/r selbst zu tragen.

Betriebliche und rechtliche Bestimmungen entfalten jedoch keine Wirkung an sich. Gesetzliche Vorgaben z.B. des Arbeitsschutzgesetzes oder der Arbeitsstättenverordnung und betriebliche Vereinbarungen regeln formal die gewünschten Verhaltensweisen, z.B. zum Nichtraucherschutz, gegen Mobbing, Alkoholverbot und vieles mehr. Letztendlich hängt der Erfolg davon ab, dass die verantwortlichen Führungskräfte dies als Vorbild selbst leben und in aktives Führungshandeln umsetzen.

Das Familienbündnis des Main-Kinzig-Kreises unterstützt Betriebe bei diesem Thema. Für Fragen stehen wir gerne zur Verfügung: Tel. 06051-8512316 oder familienbuendnis@mkk.de

Weiteres unter www.mitkindundkegel.de und www.mkk.de.





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