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Mobbing an Schulen – Ein viel diskutiertes ProblemDie Schulen stellen neben den Familien zweifellos die bedeutendste Erziehungsinstitution unserer Gesellschaft dar. In den vergangenen Jahren waren sie immer wieder das Thema wissenschaftlicher Untersuchungen und Studien. Ein Thema, das in diesen Berichten immer wieder auftaucht und zur Sprache gebracht wird, ist Gewalt und Mobbing an Schulen. Nach einer repräsentativen Untersuchung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) aus dem Jahr 2002, die in Unterstufenklassen allgemeinbildender Schulen Hessens durchgeführt wurde, gaben 39 Prozent der befragten Schülerinnen und Schüler an, Opfer von Mobbing und Schikane gewesen zu sein. Dieses Phänomen lässt sich auch in lokalen Untersuchungen finden. Die zweite Jugendbefragung in der Stadt Schlüchtern, die 2005 in Kooperation zwischen der Jugendhilfeplanung des Main-Kinzig-Kreises und dem dortigen Jugendreferat durchgeführt wurde, hat auch die Frage nach verbalen, körperlichen und sexuellen Angriffen gestellt. Der größte Betroffenheitsgrad ließ sich im Hinblick auf verbale Attacken ausmachen, von denen 40,3 Prozent der weiblichen und 49,6 Prozent der männlichen Befragten berichteten. Projekte zu konstruktiven Konfliktschlichtung Diesem Phänomen tritt der Main-Kinzig-Kreis in verschiedener Weise entgegen. Seit 1998 besteht das Projekt „Konstruktive Konfliktschlichtung/Mediation“, das der Kreis in Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Schulamt und der Berta Heraeus und Kathinka Platzhoff Stiftung durchführt. Ziel dieses Vorhabens ist die Einführung von Methoden und Techniken der Mediation an weiterführenden Schulen. Hieran nahmen bereits über 20 Bildungseinrichtungen teil. 2003 wurde diese Projekt um ein Angebot ergänzt, das eine Fortbildung des Personals von Kindergärten, Kindertagesstätten und Grundschulen in Sachen Gewaltprävention durch die Konzeption „Faustlos“ vorsieht. Ergänzend hierzu wirkt die Schulsozialarbeit des Kreises, die vom „Zentrum für Kinder-, Jugend- und Familienhilfe Main-Kinzig e. V.“ durchgeführt wird. An elf Schulen werden zur Zeit je nach konkretem Bedarf Hilfemaßnahmen unterschiedlicher Art durchgeführt, wie Beratung von Eltern, Schülerinnen und Schülern, Lehrkräften und Schulleitungen sowie Gruppenarbeit. Im Rahmen dieser Arbeit werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch mit Mobbing-Phänomenen konfrontiert. Wie Eva Hauer-Seikel, Sozialarbeiterin an der Anton-Calaminus- und Kopernikusschule, erläuterte, ist die Vorgehensweise in solchen Fällen unterschiedlich und von der konkreten Situation abhängig, wie der Entstehung und Dauer des Mobbing, der Zahl der Beteiligten, der Einschätzung der Schulleitung und anderer Faktoren. Vielfältige Informationen im Internet Betrachtet man die vielfältige Informationslandschaft des Internets, so finden sich eine Reihe empfehlenswerter Quellen zu diesem Thema. www.familienhandbuch.de ist ein Online-Lexikon, für das ein Mitarbeiter des Staatsinstituts für Frühpädagogik München redaktionell verantwortlich zeichnet und das vielfältige Informationen zu den Themenbereichen „Familie“ und „Erziehung“ bereithält. In der Rubrik „Schule-Schulprobleme“ finden sich unter dem Stichwort „Mobbing in der Schule“ Ausführungen allgemeiner Art zu diesem Phänomen, etwa im Hinblick auf Verlauf, Auswirkungen, Gegenmaßnahmen, es finden sich aber auch weiterführende Hinweise in Form von Literaturhinweisen, Links und einem Adressenverzeichnis. Eine Quelle ähnlicher Art ist www.kindernetz.de , die der Südwestrundfunk aufgebaut hat. Zielgruppen sind Kinder und Teenager sowie Eltern und Lehrer. Das Informationsangebot ist auf die vielfältigen Aspekte der Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen hin orientiert. In der Rubrik „Infonetz“ wird auch das Thema „Mobbing“ behandelt. Eine weitere Quelle, die sich an Eltern, Lehrer, Kinder und Jugendliche wendet ist www.kidsmobbing.de . Im Gegensatz zu der vorgenannten Homepage, befasst sich diese Seite ausschließlich mit Mobbing (Erscheinungsformen, Auswirkungen, Gegenstrategien usw.). Inhaltlich verantwortlich ist die Stiftung „kidsmobbing“. Ist hier von Mobbing allgemein die Rede, so fokussiert www.schueler-mobbing.de das Thema auf den Bereich Schule. Diese Seite ist aus dem Projekt „Schüler-Mobbing Weblog“ der Gutenbergschule Riederich hervorgegangen. Sie richtet sich an Betroffene, Eltern und Lehrer. Neben allgemeinen Informationen zu diesem Phänomen finden sich Aufsätze und Artikel zu diesem Thema sowie Unterrichtsmaterialien. Ein Forum ermöglicht Diskussionen und Erfahrungsaustausch. Speziell für Lehrkräfte wurde die „Berliner Anti-Mobbing-Fibel“ verfaßt, die von der Berliner Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Sport sowie dem Landesinstitut für Schule und Medien herausgegeben wurde. Auf 32 Seiten findet sich eine kurze Einführung in die Problematik und die Frage, wie Lehrer dieses Phänomen erkennen können. Fallbeispiele und Literaturhinweise ergänzen die Informationen. Diese Broschüre steht unter www.sensjs.berlin.de/schule/gewaltpraevention/anti_mobbing_fibel.pd f zum Download bereit. Ein anderes Angebot, das sich an Lehrkräfte richtet, wurde vom Institut für Pädagogische Psychologie der Ludwig-Maximilian-Universität München eingerichtet. Hinter http://mobbingzirkel.emp.paed.uni-muenchen.de verbirgt sich ein Diskussionskreis, der sich zur Aufgabe gesetzt hat, „eine Hilfestellung für den Umgang mit Mobbing unter Schülern zu entwickeln, die sich an der konkreten Nachfrage seitens der Schule orientiert.“, wie es auf der Homepage heißt. An Jugendliche richtet sich ein Angebot aus Wiesbaden, das von der „Arbeitsgemeinschaft Jugend und Bildung e. V.“ erstellt wurde. www.basta-net.de erscheint im Rahmen des Projekts „basta - Nein zur Gewalt“, das sich mit der Gewaltproblematik allgemein befasst. In der Rubrik „Ratgeber“, Stichwort „Was tun gegen Mobbing ?“ finden sich Hinweise und Informationen zu diesem Teilaspekt. Neben diesen Angeboten finden sich im Internet unterschiedliche Möglichkeiten individueller Beratung im Hinblick auf Erfahrungen mit Gewalt oder Mobbing an Schulen. www.kummernetz.de ist eine Einrichtung der Internetseelsorge und wird von verschiedenen Einrichtungen der katholischen Kirche getragen. Sie richtet sich an Kinder, Jugendliche und Eltern. Eine Beratung ist durch E-Mail, Einzelchats oder in einem Forum möglich. Sie erfolgt durch professionelle und qualifizierte ehrenamtliche Berater sowie durch andere User. Speziell für Jugendliche wurde www.youth-life-line.de eingerichtet, ein Angebot, das vom „Arbeitskreis Leben e. V. Reutlingen/Tübingen“ betrieben wird. Eine Beratung ist durch E-Mail oder Chat möglich. Neben drei Fachkräften stehen 35 so genannte Peerberater zur Verfügung. Das sind qualifizierte Jugendliche, die ihren Altersgenossen Unterstützung und Hilfestellung geben. Ein ähnliches Angebot ist www.kids-hotline.de , für das der Verein „Kinderschutz und Mutterschutz e. V.“ München verantwortlich zeichnet. Er bietet „Onlineberatung für junge Menschen bis 21 Jahren“ in Form von Chats, E-Mail oder in Foren. Sie erfolgt durch andere User, Fachkräfte und Peerberater. Bei www.kinderundjugendtelefon.de liegt der Schwerpunkt auf telephonischer Beratung, die ebenfalls durch Fachkräfte und Peerberater wahrgenommen wird. Verantwortlich ist der Verein „Nummer gegen Kummer e. V.“. Es stehen zwei Möglichkeiten offen, das „Kinder- und Jugendtelefon“ sowie „Jugendliche beraten Jugendliche“. Darüber hinaus ist Internetberatung möglich, die allerdings nicht von der genannten Stelle selbst vorgenommen wird. Entsprechende Bitten und Anfragen werden an den „Kummerkasten“ der Sendung KiKa von ARD und ZDF weitergeleitet. Erwähnt werden muss in diesem Zusammenhang auch die Homepage des „Zentrums für Kinder-, Jugend- und Familienhilfe“, eines Jugendhilfevereins im Main-Kinzig-Kreis. Auf www.zkjf.de informiert der Verein umfassend über seine vielfältige Beratungstätigkeit. Zielgruppen der Vereinstätigkeit sind Kinder, Jugendliche, Eltern und Lehrkräfte. |