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Dr. Kavai legt Konzept gegen den Erziehermangel vor

Die Art und Weise, wie in der Rhein-Main-Region mit dem sich abzeichnenden Erzieherinnenmangel umgegangen wird, bereitet dem Kreisbeigeordneten und Jugenddezernenten Dr. André Kavai schon seit einiger Zeit Kopfzerbrechen. „Der Ausbau der Betreuungsplätze in den Kindertagesstätten für Kinder unter drei Jahren ist absolut richtig. Die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist ein Dauerbrenner“, betont Kavai. Auch die Bürgermeister Thorsten Stolz (Gelnhausen), Klaus Schejna (Rodenbach) und Carsten Ullrich (Sinntal) stehen voll zum Ausbau der Betreuungsplätze in ihren Kommunen. „Es ist wichtig, Eltern ein auf Dauer verlässliches Angebot bei der Kinderbetreuung unterbreiten zu können“, sind sich die Bürgermeister über diesen Standortfaktor einig.

Allerdings zeichnet sich schon seit längerer Zeit ein Fachkräftemangel ab. „Es gibt schlicht und ergreifend zu wenige Erzieherinnen und Erzieher“, berichtet Kavai. Die Bauprojekte im gesamten Landkreis seien nur die eine Seite. Sie seien Voraussetzung für die eigentliche Betreuung, „und diese Arbeit können nur Fachkräfte leisten“, unterstreichen der Kreisbeigeordnete und die Bürgermeister. Mittlerweile habe ein Wettbewerb der Kommunen um die Fachkräfte eingesetzt. So biete die Stadt Frankfurt eine bessere Bezahlung und ein zusätzliches Jobticket an, wenn sich Fachkräfte für einen Arbeitsplatz in der Main-Metropole entscheiden. „Das ist zu kurz gedacht“, kritisierten Kavai, Stolz, Schejna und Ullrich bei einer Pressekonferenz im Main-Kinzig-Forum. Vielmehr müssten nach Auffassung des Kreisbeigeordneten und der Bürgermeister alle Beteiligten gemeinsam an einem Strang ziehen, um mehr Menschen für den Beruf zu begeistern.

Allein im Main-Kinzig-Kreis fehlen bis zum Ende des Ausbauprogramms im Jahr 2013 voraussichtlich 446 Fachkräfte. „Damit steht der Main-Kinzig-Kreis ja nicht alleine da. Vor dieser Herausforderung stehen alle. Im Rhein-Main-Gebiet fehlen rund 4000 Fachkräfte. Wir als Politiker sind jetzt gefordert, gemeinsam und auf Langfristigkeit bedacht die entsprechenden Weichen zu stellen“, fordert Kavai. Entsprechend legte er ein Konzept vor mit dem Titel „Kooperation statt Konkurrenz: Jetzt gegen den Erziehermangel vorgehen“. „Die Rhein-Main-Region ist gut beraten, sich dieser Problematik anzunehmen und muss damit beginnen, an Lösungen zu arbeiten“, heißt es in dem Papier. „Kommunen, Land, Träger der Einrichtungen und die Agentur für Arbeit müssen aufeinander abgestimmt und gemeinsam vorgehen“, macht der Kreisbeigeordnete deutlich. Nach Ansicht Kavais und der Bürgermeister könnte hier der Planungsverband für das Rhein-Main-Gebiet eine federführende Aufgabe übernehmen.

Die konkreten Vorschläge, um dem Personalmangel zu begegnen

„Wir müssen alles daran setzen, Menschen für den Beruf als Erzieherin und Erzieher zu begeistern“, unterstrichen Kavai, Ullrich, Schejna, und Stolz. Da in der Regel ein ein- bis zweijähriges Praktikum der Ausbildung vorgeschaltet sei, müssten zunächst ausreichend Praktikumsstellen geschaffen werden. Der wichtigste Schritt sei jedoch, die Ausbildungskapazitäten zu erhöhen. Hier habe der Kreistag erst kürzlich eine Erhöhung der Ausbildungsplätze an der Eugen-Kaiser-Schule in Hanau beschlossen. Dies müssten nun auch alle anderen Schulträger umgehend tun. Zudem gelte es, Qualifikationskurse für Wiedereinsteiger anzubieten, an deren Finanzierung sich Bund und Länder beteiligen müssten. Auch sollten Programme für Seiteneinsteiger, insbesondere aus dem Bereich der Tagespflege, aufgelegt werden. Kavai denkt hier an berufsbegleitende Ausbildungsmöglichkeiten wie Wochenend- und Abendseminare. Ebenso müssten Stipendien und Ausbildungsdarlehen diskutiert werden.

„Wir müssen schnell komplexe Antworten auf dieses Problem geben“, erklärte Kavai. Es sei ihm ein Anliegen, diese Diskussion gemeinsam mit den Bürgermeistern anzustoßen, damit sich in der Region etwas bewege. „Diese Herausforderung können wir nur gemeinsam angehen“, waren sich alle Beteiligten einig.

Maßnahmenkatalog gegen Kita-Personalmangel:
Kooperation statt Konkurrenz: Jetzt gegen den Erziehermangel vorgehen von Dr. André Kavai
[hier herunterladen...]

Pressekonferenz im Main-Kinzig-Forum (v.l.) Klaus Schejna, Dr. André Kavai, Carsten Ullrich und Thorsten Stolz.