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Girls`Day beim Kreis: Von Wasserbau bis GefahrenabwehrInsgesamt 116 Schülerinnen konnte Kreisbeigeordneter Dr. André Kavai zum Girls` Day in der Kreisverwaltung begrüßen. „Wir möchten erreichen, dass Mädchen ihren Blickwinkel bei der Berufswahl erweitern und stellen daher zukunftsorientierte Ausbildungswege und interessante Aufgabenfelder vor“, erläuterte der zuständige Dezernent. Rund um das Main-Kinzig-Forum standen acht unterschiedliche Projekte zur Wahl. Ziel des Girls´ Day sei es, zukunftsträchtige Berufe darzustellen und den Mädchen näher zu bringen. Kavai appellierte an die Teilnehmerinnen, ihre Potentiale auszuschöpfen und sich nicht auf „typisch weibliche Berufsfelder oder Studienfächer“ zu beschränken. Der Main-Kinzig-Kreis, als einer der größten Arbeitgeber der Region, beteiligte sich zum zehnten Mal am Girls´Day. „Wir konnten in diesem Jahr den interessierten Schülerinnen die Möglichkeit geben, Berufe kennen zu lernen, die bislang noch weitgehend als Männerdomänen gelten“, berichtete Koordinatorin Ulrike Schmid. Zu diesen Berufen gehörten unter anderem Fachinformatikerin, Haustechnikerin, Wasserbauingenieurin, Gesundheitsaufseherin, Holz- und Konstruktionsmechanikerin oder Berufe im Bereich der Gefahrenabwehr und als Führungskraft in einer Pressestelle. „Ich habe es mir trockener vorgestellt, doch es macht Spaß“, sagte eine Teilnehmerin beim Lerntyp-Jobtest. Hier lernten die Schülerinnen, welche Fähigkeiten und Talente sie haben und welches Berufsfeld zu ihnen passt. Befragt wurden sie von zwei Teilnehmerinnen aus der Pressestelle, die auf diese Weise erste Erfahrungen im Journalismus sammelten. Dr. Kavai lobte das Engagement der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den Fachämtern, die zum Teil schon über viele Jahre mit großem Engagement und sehr anschaulich ihre Berufe darstellten. „Nicht nur die Mädchen profitieren vom Girls’Day, sondern auch Unternehmen und Organisationen“, erläuterte die Frauenbeauftragte Ute Pfaff-Hamann, „denn rund 80 Prozent der Unternehmen, die am Mädchen-Zukunftstag teilnehmen, tun dies um Personalressourcen für die Zukunft zu erschließen.“ Dies zeige, dass Unternehmen und Institutionen zunehmend die Notwendigkeit erkennen, einem drohenden Fachkräftemangel entgegen zu wirken. Das Bewusstsein für die Potenziale, die junge Frauen zu bieten hätten, steige ebenfalls. Je öfter ein Unternehmen am Girls’Day teilnehme, desto größer sei das Engagement im Unternehmen, Frauen für technische Berufe anzusprechen. In seinen Alten- und Pflegeeinrichtungen bot der Main-Kinzig-Kreis auch Jungen die Möglichkeit, sich Einblicke in den Pflegeberuf zu verschaffen, um Vorstellungen von typischen Männer- und Frauenberufen zu überdenken und sich beruflich entsprechend orientieren zu können. „Dies ist ein Baustein, um mehr Menschen für Pflegeberufe zu begeistern“, verspricht sich Dr. Kavai von der Teilnahme am ersten bundesweiten Boys’Day. |
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Boys`Day im Zentrum für Regionalgeschichte in GelnhausenTobias Hartmann schnuppert einen Tag lang in die Arbeitswelt der Regionalgeschichte des Main-Kinzig-Kreises. Hier werden unter der Leitung von Christine Raedler Dokumente, alte Schriften und Bücher zusammengetragen und archiviert. Analog zum Girls Day findet einmal im Jahr ein Boys Day statt. Hier können Jungen in Berufe und Tätigkeitsfelder hineinschauen, die hauptsächlich von Frauen ausgeführt werden. So nahm der Neuenhaßlauer Tobias Hartmann, der sich sehr für Geschichte interessiert und mal Archäologe werden möchte, die Gelegenheit wahr, erste praktische Eindrücke zu sammeln. Zusammen mit Christine Raedler sichtete und dokumentierte er alte Dokumente, erhielt Einblicke in das umfangreiche Archiv und konnte sogar aktiv bei der Übersetzung einer alten Schrift in Sütterlin mitwirken. Was für andere vielleicht langweilig wirkt, erfüllt ihn mit Begeisterung. Hier spürte er, was es heißt, wenn Geschichte lebendig wird. Für ihn war es jedenfalls ein aufregender Tag. |
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Typisch Frau, typisch Mann? - Frauen arbeiten im Büro und Männer in der Werkstatt? Frauen und Männer sind nach wie vor in sehr unterschiedlichen Berufen tätig. Noch heute orientiert sich die Berufswahl an eher traditionellen Vorstellungen. Ein Wechsel in die jeweilige Domäne des anderen Geschlechts bleibt die Ausnahme. Zwar ist der Anteil der Frauen an Erwerbstätigen von 1991 bis zum Jahr 2009 um 4,2 Prozentpunkte auf 45,8 % gestiegen. Die von Frauen und Männern bevorzugt beziehungsweise überwiegend ausgeübten Berufe haben sich im Lauf der Zeit allerdings nur in geringem Maße verändert. So waren im Jahr 2009 insgesamt 49 Prozent der Männer und 36 Prozent der Frauen in Berufsgruppen tätig, die zu über 80 Prozent von Personen des eigenen Geschlechts ausgeübt wurden. Da sind beispielsweise die Berufe des Maurers, Elektrikers oder Berufskraftfahrers, die fast ausschließlich männlich besetzt werden. Zu den weiblich dominierten Berufen zählen unter anderem Erzieherin, Friseurin, Kosmetikerin, Arzthelferin oder Einzelhandelskauffrau. Anhand dieser Aufzählung wird deutlich, dass es sich um Branchen handelt, die im weitesten Sinne der Pflege, dem Sozialen oder dem Dienstleistungssektor zuzuordnen sind. Nur in vergleichsweise wenigen Berufen, wie etwa bei Versicherungs- und Bankfachleuten, waren im Jahr 2009 anteilig annähernd gleich viele Frauen und Männer tätig. Wenn es überhaupt einen Austausch zwischen den spezifischen Berufsgruppen gab, vollzogen ihn meist jüngere Frauen. Aber auch bei den jüngeren Erwerbstätigen stieg der Frauenanteil nur in wenigen Berufsgruppen und zwar in solchen, die ein Hochschulstudium erfordern, wie etwa bei Ärzten, Rechtsanwälten oder Wirtschaftswissenschaftlern. Männer zeigen dagegen kaum Neigungen, stärker in von Frauen dominierte Berufsfelder vorzudringen. Gründe dafür gibt es viele, oftmals sind sie historisch bedingt und natürlich trägt die immer noch schlechtere Bezahlung in „Frauenberufen“ eine nicht unerhebliche Rolle. Um Klischees und Vorurteile zu lösen gibt es viele Veranstaltungen und Projekte, die Mädchen und Jungen dazu bewegen wollen, ihren Beruf nach ihren Talenten und Vorlieben auszusuchen. Dazu gehört auch der Girls`Day, der seit 2001 einmal im Jahr für junge Schülerinnen veranstaltet wird. Ziel ist es, den Mädchen einen Einblick gerade auch in untypische Berufe zu ermöglichen und so ihr Interesse zu wecken. Verschiedene Unternehmen, überwiegend in der Industrie, laden Mädchen ab der fünften Schulklasse in ihren Betrieb ein und geben Gelegenheit, Arbeitsplätze in Technik, Naturwissenschaften, Handwerk und Informationstechnik kennenzulernen. Die Teilnehmerinnen bewerten diese Besuche als durchaus positiv. Seit der Einführung des Girls´ Days entwickeln sich die Zahlen der Ausbildungs- und Studienanfängerinnen in technischen Bereichen positiv. Mit über 21.000 Studienanfängerinnen in den Ingenieurwissenschaften begannen zuletzt so viele Frauen wie noch nie ein Technikstudium. In Deutschland ist der Girls`Day eine Gemeinschaftsinitiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, der Initiative D21, der Bundesagentur für Arbeit, des Deutschen Gewerkschaftsbundes, der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, der IHK, des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks und des Bundesverbands der Deutschen Industrie. Die bundesweite Koordinierungsstelle für den Girls`Day ist beim Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit angesiedelt. Im vergangenen Jahr nahmen deutschlandweit 123.000 Mädchen an diesem Aktionstag teil, während es vor zehn Jahren gerade mal 1.800 waren. Quellen: |
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