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Giftpflanzen – mögliche Gefahren in Haus und GartenGiftpflanzen gibt es überall in der Natur, doch nicht nur dort. Sie wachsen auch in Gärten und Parkanlagen, es gibt sie als Zimmerpflanzen und als Schnittblumen. Sie sind Teil unserer Umwelt. Richtiger Umgang und die Kenntnis über das Aussehen und die Gefahren können verhindern, dass immer noch Vergiftungen mit schmerzhaften oder gar tödlichen Ausgängen durch Pflanzen auftreten. In Panik braucht deshalb niemand zu verfallen, allerdings ist eine entsprechende Aufklärung, gerade für Kinder, sehr wichtig. Die größte Gefahr geht übrigens von chemischen Mitteln, wie Reinigern, Farben und Medikamenten aus. Statistisch gesehen kommen bei Kindern Vergiftungen mit Pflanzen oder Pflanzenteilen viermal häufiger vor, als bei Erwachsenen (außer bei Pilzen, aber das sind ja keine Pflanzen). Etwa 16-mal höher ist allerdings das Risiko, dass sich ein Kind mit Medikamenten und Haushaltsprodukten vergiftet. Über die Hälfte aller Vergiftungen (chemische wie pflanzliche Vergiftungen) verlaufen bei Kindern ohne Symptome, nur 0,1 Prozent davon sind tödlich und 1,7 Prozenten mit schweren Vergiftungen verlaufen. (Die Statistik stammt aus der Schweiz, ist aber sicherlich, mehr oder weniger auf die meisten Industrieländer zu übertragen.) Dennoch sterben jährlich einige hundert Menschen und an Vergiftungen, die mit entsprechender Aufklärung hätten vermieden werden können. In den Statistiken der Giftnotrufzentralen nehmen Beratungen nach der Aufnahme von Pflanzenteilen einen Stellenwert von etwa zehn Prozent und damit den dritten Platz ein. Prinzipiell ist zwischen der Ingestion (Nahrungsaufnahme) und der wirklichen Intoxikation (Vergiftung) zu differenzieren. Es ist sehr schwierig die Pflanzen in verschiedene Gefährlichkeitsgrade einzuteilen, da die Stärke der Giftstoffe von einer Reihe von Punkten abhängig ist. So ist der Standort, das Klima, die Jahreszeit, das Alter und der Reifezustand der Pflanze sowie der aufgenommene Pflanzenteil ausschlaggebend für die Wirkungsstärke. Intoxikationen mit Pflanzen bei den Erwachsenen gehen meistens zurück auf alternative Ernährungsversuche, Verwechslung mit pflanzlichen Nahrungsmitteln, Selbstmedikation durch Pflanzen und die Suche nach einer Ersatzdroge. Bei Kindern werden sie zum größten Teil durch Neugier ausgelöst, oft sind es sehr stark gefärbte Beeren die zum Ausprobieren, Kosten verlocken. Eine Beerenliste zur möglichen Unterscheidung ist sinnvoll. Ein schlechter Geschmack scheint kaum eine Einwirkung auf die Probierfreudigkeit zu haben. Insgesamt stellen Vergiftungen mit Pflanzen das ärztliche Personal und die Mitarbeiter des Rettungsdienstes vor eine schwierige Aufgabe. Für eine optimale Versorgung und die lückenlose Weiterführung der Therapie ist die Identifizierung der Pflanze eine Grundvoraussetzung. In nur sehr wenigen Fällen ist die Pflanze dem helfenden Personal selbst bekannt. Für Informationen können Giftnotrufzentralen, Botaniker und Biologen herangezogen werden. Der Giftnotruf verfügt über einen Giftpflanzen-Computer. Da eine telefonische Beschreibung von Pflanzen meist sehr schwierig ist, besteht durchaus die Möglichkeit die Pflanzenteile zu fotokopieren und per Telefax an die beratende Stelle zu schicken. Zur Identifizierung der Pflanze sind folgende Punkte ausschlaggebend: • Möglichst alle Pflanzenteile mitnehmen oder beschreiben Bei der Aufnahme von Pflanzenteilen muss als erstes die Sicherung der lebenswichtigen Funktionen im Vordergrund stehen. Rein präventiv sollte immer etwas medizinische Kohle im Haus vorhanden sein, vor allem, wenn Kleinkinder im Haushalt leben. Bei Verdacht auf Vergiftungen ist sofort der Notarzt zu rufen. Danach gilt es Ruhe zu bewahren, Pflanzenteile aus dem Mund und der Hand zu entfernen und diese für den Notarzt aufzuheben, kein Erbrechen herbeiführen und keine Milch zu trinken geben. Als nächstes ist die Identifizierung der Pflanze zu erreichen. Das Warten auf Krankheitszeichen kann bei verschiedenen Pflanzen, z.B. bei Colchicum autumnale (der Herbstzeitlosen), lebensgefährliche Folgen haben, da es erst nach einer wirkungsfreien Zeit von 2 bis 6 Stunden zu der Entwicklung von Krankheitszeichen kommen kann. Entscheidend ist die Feststellung, welche Pflanzenteile zu welcher Zeit aufgenommen wurden sowie welches Alter der Patient hat und ob bereits Erbrechen eingesetzt hat. Bei Erbrechen ist das Erbrochene sicherzustellen. Als weitere mögliche Ursache für die Krankheitszeichen sollte aber immer auch an eine Lebensmittel- oder auch Insektizidvergiftung (Vergiftung mit Pflanzenschutzmitteln oder Schädlingsbekämpfungsmittel) gedacht werden. Noch ein allgemeiner Hinweis: In der Umgebung von Kleinkindern und Tieren sollte man gänzlich auf giftige Pflanzen verzichten. Größeren Kindern kann man die vorhandenen, weniger gefährlichen Zimmerpflanzen (oder auch Pflanzen im Garten und in der Natur) erklären und sie somit vor Gefahren schützen. Kinder sind nicht dumm und lieben die Natur. Wenn sie wissen, dass eine Pflanze giftige Teile hat, werden sie nach entsprechender Information auch vorsichtig mit ihr umgehen. Vergessen sollte man auch nicht, dass einige Pflanzen - obwohl sie giftig sind - bedrohte und/oder geschützte Arten sind. Der Gartenteich – Risikofaktor für Kinder Ein kunstvoll angelegter Teich ist die Zierde jeden Gartens. Aber er birgt auch Gefahren. Gerade auf kleine Kinder übt Wasser eine fast magische Anziehungskraft aus. Viele vergessen dabei, dass Kleinkinder auch in flachem Wasser von weniger als zehn Zentimetern Tiefe bereits ertrinken können, wenn sie mit dem Gesicht vornüber hineinfallen. Eltern sollten den Teich immer mit einem Zaun oder Abdeckgitter sichern und die Kinder niemals unbeaufsichtigt an den Teich gehen lassen. Das gilt auch für Regentonnen und Gießwasserbehälter. |
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