| Neue Rechtschreibung ab 1. AugustHier findest du einen Artikel zur neuen Rechtschreibung von Kai Hirschmann von www.helles-koepfchen.de . Die Suchmaschine für Kinder und Jugendliche hält weitere Reportagen, Nachrichten, Spiele und Basteltipps -speziell für Kinder- bereit. Vorbei schauen lohnt sich! |
Der Streit um die deutsche Rechtschreibung tobt nun schon viele Jahre. In einigen deutschen Bundesländern gelten andere Regeln als in anderen. Einige Zeitungen haben die 1996 eingeführte neue Rechtschreibung abgelehnt und schreiben immer noch "daß" statt "dass". Nun wurde die Rechtschreibung noch einmal geändert, und endlich sind fast alle zufrieden. Seit dem 1. August gelten die neuen Regeln. Seit 1996 die Rechtschreibreform in Deutschland, Österreich und der Schweiz in Gang gesetzt wurde, gab es immer mehr Streit und Verwirrung um die deutsche Sprache. Experten wie Lehrer, Journalisten, Schriftsteller, Dichter und Sprachwissenschaftler haben sich lange gestritten, wie verschiedene Wörter denn nun eigentlich geschrieben werden sollten und wie man sie richtig trennt. Endlich haben sie sich geeinigt. Am 30. März haben die Bundesländer beschlossen, dass vom kommenden Schuljahr an wieder dieselben Regeln an jeder deutschen Schule gelten. Wer in den vergangenen Jahren die "Neue Rechtschreibung" gelernt hat, muss sich wieder etwas umstellen. Fast alle Zeitungen, Zeitschriften und Bücher werden sich jetzt an die eine, offizielle "Deutsche Rechtschreibung" halten. Du brauchst dich also nicht mehr über "daß" statt "dass" zu wundern. Die verwirrende, alte Schreibweise fällt endlich weg. Ein paar Rechtschreib-Regeln, über die sich besonders viele Menschen aufgeregt hatten, wurden wieder abgeschafft. Hier findest du die wichtigsten Änderungen: Trennung von Wörtern, Groß- und Kleinschreibung Wörter werden weiter nach Sprechsilben getrennt. Dabei muss aber darauf geachtet werden, dass der Leser nicht verwirrt wird. Es dürfen keine einzelnen Buchstaben mehr von Wörtern abgetrennt werden, was bei "O-ma" möglich war. Nun trennt man also wieder "Juni-abend", während "Junia-bend" nicht mehr zulässig sein wird. Außerdem werden zweideutige Trennungen verboten. Einige Schüler werden es bedauern, dass das Wort Urinstinkt nicht mehr Urin-stinkt getrennt werden darf. Wörter wie "bankrottgehen" (bisher: Bankrott gehen) und "recht haben " (bisher: Recht haben) werden jetzt wieder klein geschrieben. Fest zusammenhängende Begriffe werden dagegen groß geschrieben, etwa die "Gelbe Karte" (bisher "gelbe Karte") im Sport, die "Vereinigten Staaten von Amerika" oder die "Zehn Gebote" in der Bibel. In Briefen darf man Anreden wieder groß schreiben. Man darf also schreiben: "Ich möchte Dir gerne helfen, dass Du Deine Probleme in den Griff bekommst." Das kleine "dir", "du" und "deine" bleibt aber außerdem gültig. Allerdings solltest du dich zu Beginn des Briefes für eine Schreibweise entscheiden. Silbentrennung und Kommasetzung Es werden wieder mehr Wörter zusammengeschrieben. Es heißt zum Beispiel "eislaufen" statt "Eis laufen". Für Wörter wie "staubsaugen" (bisher: "Staub saugen") oder auch "brustschwimmen“, "dranbleiben", "leidtun", "schwerfallen“ und "achtgeben" gilt das Gleiche. In manchen Fällen haben Wörter verschiedene Bedeutungen, je nachdem, ob sie zusammen oder getrennt geschrieben werden. Das Lesen soll so einfacher werden. "Nicht jeder Politiker kann frei sprechen". Aber "Der Richter wird den Angeklagten freisprechen". Oder: Wenn du nach der Schulstunde auf deinem Stuhl sitzen bleiben musst, bedeutet das noch lange nicht, dass du am Ende des Schuljahres sitzenbleiben wirst. Die Kommasetzung wird einfacher. So fallen alle Kommas vor Satzerweiterungen mit "und“ oder "oder“ weg. Ein Beispiel: "Ich spielte gerne Fußball und ich gehe gerne ins Kino." Galgenfrist für Schüler Die Regeländerungen treten in Deutschland, Österreich und der Schweiz pünktlich zum neuen Schuljahr in Kraft. Für die Schweiz gelten jedoch etwas andere Regeln. Das "ß" gibt es dort gar nicht, während es in Deutschland und Österreich nach langen Vokalen - zum Beispiel bei "Fußball" und "Gruß" - nach wie vor richtig ist. Nach kurzen Vokalen wollen künftig alle Schulen und Zeitungen ein Doppel-S statt des "Eszetts" (ß) schreiben. Das "Daß" hat also endgültig ausgedient. In Deutschland gilt eine einjährige Übergangsfrist, in Österreich haben die Schüler zwei Jahre Zeit, sich umzustellen. So lange werden bei Diktaten Wörter, die nach der neuen Rechtschreibung falsch geschrieben sind, nur unterstrichen, aber nicht als Fehler gewertet. Danach müssen sich allerdings alle Schüler an die neuen Regeln halten. In der Schweiz werden die Änderungen der Rechtschreibung ab dem 31. August gelten. Die Erziehungsdirektorenkonferenz in Bern beschloss allerdings eine längere Übergangsfrist als in Deutschland und Österreich - bis zum 31. Juli 2009 sollen beide Regeln möglich sein. Das Helle Köpfchen hofft auf jeden Fall für alle Schüler (und Redakteure), dass dies die letzte Reform der Reform war - zumindest in diesem Jahrhundert. Mehr zu diesem Thema: |